Neue Wege in der Ölpastellmalerei

Obwohl sie auf der ganzen Welt verbreitet sind, haben Ölpastelle im künstlerischen Bereich wenig Anerkennung gefunden. Ich finde ganz zu unrecht. Ölpastelle besitzen eine enorme Ausdruckskraft und sind sehr leicht zu handhaben. Man benötigt keine Lösemittel und erhält dennoch einen ölähnlichen Farbauftrag. Dabei muss man das zeichnerische Medium nicht verlassen und kann kraftvolle Gemälde auf fast jedem Malgrund zaubern. Und dass viel schneller als mit Öl- oder Acrylfarbe. Wie Sie die Farbe richtig nutzen können, möchte ich Ihnen in dieser Malschule und in zwei neuen Videos zeigen.

 

Malen auf der rauen Seite einer Hartfaserplatte

Hartfaserplatten besitzen eine glatte und eine raue Seite. Auf der rauen Seite kann man hervorragend mit Ölpastellfarbe arbeiten. Wenn man die Oberfläche mit Glear Gesso bestreicht erhält man einen stabilen Malgrund.
>> weiter zum Video

 

Transparente Lasuren mit der Versiegelung der Farb

Mit Alkohol Retuschierfirnis kann man die Ölpastellfarbe ganz leicht zwischenfixieren und so transparente Farbschichten ohne zu verschmieren übereinandermalen.
>> weiter zum Video

 

Die Kratztechnik

Lernen Sie mit diesem Motiv den Farbauftrag und die Auskratztechnik kennen.
>>PDF - Download 880 KB [1.251 KB]

 

Harte und weiche Sorten - Unterschiede!

Wer sich ernsthaft mit dieser Technik befassen möchte, muss allerdings wissen, dass es im Handel zwei verschiedene Sorten gibt, die beide über Erfolg und Misserfolg entscheiden. Die einen nenne ich harte Ölpastelle und die anderen weiche Ölpastelle. Die harten Sorten sind zwar brauchbar aber von minderer Qualität, was den Aufstrich und die Abgabe der Farbe auf den Malgrund angeht. Sie lassen sich auch nicht deckend übereinander lasieren, da ihre Pigmentierung sehr gering ist. Profis benutzen diese Sorten für die Untermalung. Gerade bei großen Formaten ist dies eine preisgünstige Lösung.
Künstlerölpastellkreiden sind in der Konsistenz weich und buttrig und extrem farbkräftig. Mit ihnen kann man problemlos viele Schichten übereinander malen, ohne dass die Brillanz leidet. Diese Qualität wird für die Vollendung eines Bildes eingesetzt. Beide Sorten werden in Kombination verwendet und ergänzen sich im Einsatzzweck. Eine Sorte alleine benutzt führt nicht zum gewünschten Ergebnis.

Meine Tipps für bessere Ergebnisse

Auf Holz oder Hartfaserplatten haften Ölpastelle besser, wenn man die Oberfläche präpariert. Mit Glear Gesso kann man den Grundton erhalten. Mit einer Gesso Grundierung wird der Malgrund weiß und die Farbe leuchtet nach dem Auftrag intenisiv. Selbstverständlich kann man die Farbschichten mit den Fingern oder einem Baumwolltuch verwischen und glätten. Feiner und glatter wird es mit einem Lederwischer (z. B. Terzino von Habico). Kleinere Fehler kann man korrigieren, indem man die Farbe einfach vom Malgrund kratzt. Danach kann man wieder mit Ölpastellkreide darüber malen.